
Freiflächen für den Wohnungsbau in Ballungsräumen entsprechen ganz selten der Erschließung eines freien Feldes am Rand einer Besiedlung. Oft zerschneiden Trassen von Schienenfahrungen und Straßen ein großes Gelände. Zurück bleiben zwei Filetstücke sogenannter nicht bebaubarer Fläche, weil die Lärm- und Feinstaubbelastung unzumutbare Werte erreicht und einer gehobenen Wohnqualität zuwiderläuft.
Die Lösung besteht darin, einfach eine Wohnungseigentumsanlage über der Straße oder über den Schienen zu bauen. In seltenen Fällen kann sogar das Gelände rund um eine U-bahn- oder S-Bahn-Station genutzt werden. Das ist dann eine Eigentumswohnung mit Zuganschluß. Die Überbauung selbst ist teurer, aber durch die Doppelnutzung des Grundstück dürfte in vielen Fällen ein guter Preis zu erzielen sein.
Die Bewohner und die Nachbarn sind durch eine solche Bauweise wirksam gegen Staub, Lärm und Erschütterungen im Infraschallbereich geschützt. Die Wohnqualität im ganzen Viertel steigt. Im Falle der Schlangenbader Straße in Berlin kann ich dies in vollem Umfang bestätigten. 1989 war ich dort einige Tage zu Gast. Die Wohnanlage mit 2.200 Wohnungen entstand in den Jahren 1976 bis 1982 auf 600 Metern Länge über der Stadtautobahn.
Hans Kolpak
Eigentum & Bauen
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