Bauen aber noch richtiger
abgelegt im Archiv Ökologisch bauen am 10.09.09

© PIxelio.de/ Ernst RoseIn meinem ersten Artikel habe ich die ersten Gedanken über richtiges Bauen vorgestellt. Heute setze ich das Thema gerne fort und beleuchte ein nächstes, äußerst wichtiges Kriterium für "Richtigkeit" beim Bauen. Das Kriterium heißt "Nachhaltigkeit". Das Wort selbst beschreibt die Nutzung eines Systems in der Art und Weise, dass das System dabei nicht zerstört wird, sondern sich auf natürlicher Weise regenerieren kann. Es bedeutet, beim Bau eines Hauses, dürfen die notwendigen Ressourcen nur so genutzt werden, dass sie sich regenerieren können. Das Prinzip ist nicht neu. Schon unsere Vorfahren haben beim Bau ihrer Holzhütten aufgepasst, dass sie keine "falsche" Bäume fällen und dass die Plumpsklos die eigene Wasserquelle nicht verunreinigen. Heute tun wir uns mit den einfachen Prinzipen schon deshalb viel schwerer, weil das Bauen viel komplizierter geworden ist. Und weil in einem ordentlich geregelten Staat wie Deutschland alles eine Norm braucht, wird mit Nachdruck an einem Normungsvorhaben gearbeitet.
Hier ein Zitat aus einer Information des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Städteentwicklung: "Daher bedarf es - auch im Sinne der Qualität, Transparenz und Nachvollziehbarkeit von darzustellenden Informationen und Bewertungsergebnissen - einer internationalen bzw. europäischen Harmonisierung dieser Grundlagen und Vorgehensweisen.
Hierfür sind unter anderem die Normungsvorhaben im Rahmen von ISO/TC 59/CS 17 "Nachhaltiges Bauen" von Bedeutung, die ihrerseits die Grundlage für das europäische Normungsvorhaben unter CEN/TC 350 "Nachhaltigkeit von Gebäuden" bilden."
So weit , so gut, nur mit einer nackten ISO-Norm kann ein Bauherr noch nicht wirklich etwas anfangen.

© Ein Beispiel für Nachhaltigkeit: Projekt Lichtblicke im Quartier Isargärten Thalkirchen in MünchenEin wenig mehr an konkreten Informationen finden sich im "Leitfaden für nachhaltiges Bauen". Leider ist das Schriftstück bereits 8 Jahre alt und damit sicher nicht auf dem neusten Stand. Deshalb lohnt es sich vielleicht auch in eine neuere Broschüre des Umweltbundesamtes reinzuschauen. Diese Broschüre zeigt, wie man die Gedanken zum nachhaltigen Bauen in der Praxis umsetzen kann. Sie liefert zwar keine fertigen Entwürfe, dafür aber Orientierungshilfen und Anregungen.
Fazit meiner kurzen Recherche: ohne Rücksicht auf die Nachhaltigkeit der Ressourcen ist richtiges Bauen nicht möglich. Der Begriff an sich und die Vorstellungen, was er bedeutet ist extrem dehnbar. Deshalb werden Versuche unternommen, eine Normung hierfür zu schaffen. Die Kehrseite jeder komplexen Normung ist, dass kein Laie sie versteht und nur gut ausgebildete Fachleute sie durchblicken können. Wenn man also unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit richtig bauen will, braucht man fachkompetente Hilfe.
Ganz ohne Fremdhilfe schaffen wir aber tagtäglich nachhaltig zu leben. Dazu brauchen wir uns nur stets bewusst zu werden, dass wir ohne die Natur nicht leben können, die Natur ohne uns aber wohl.
Hedwig Seipel
Eigentum & Bauen

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Tags: nachhaltig bauen umwelt nachhaltigkeit isagärten thalkirchen münchen
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Kommentar von:
Gerald
(07.03.10 15:37 Uhr)
Ja, das stimmt. Die Auflagen werden immer komplizierter und richtiges "Bauen" wird zur Wissenschaft. Nicht nur bautechnisch.
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