Abhängig von der Lage einzelner Bäume rund um neue Gebäude muß ein Architekt entscheiden, wie vorhandene Bäume sich auf die gegenwärtige und die zukünftige Wohnqualität auswirken. Hinzu kommen noch wirtschaftliche Aspekte, denn bereits gewachsene Bäume stellen einen erheblichen materiellen Wert dar, der die Baukosten mindert. Was kann im einzelnen berücksichtigt werden?
Sind die Bäume weit genug vom Gebäude weg, so daß die Sonne am Vormittag oder am Nachmittag auf das Gebäude scheint? Dieser Faktor beeinflußt die Heizkosten für diese Gebäudeseite erheblich.
Ist es noch möglich, den Höhenwuchs von Bäumen, die nahe am Gebäude stehen, zu begrenzen? Ein jährliches Beschneiden verhindert in solchen Fällen, daß die Bewohner irgendwann im Dunkeln sitzen, wenn die Äste immer ausladender und das Blattwerk immer dichter wird.
Stehen die Bäume so, daß sie im Sommer mittags Schatten spenden und so vor überhitzten Räumen auf der Sonnenseite schützen?
Bilden die Bäume einen Windschutz, der im Winter die Auskühlung des Gebäudes mindert, aber im Sommer eine kühlende Wirkung des Windes reduziert? Im Falle eines Passivhauses ist außerdem zu berücksichtigen, daß es ganztägig der Sonnenstrahlung ausgesetzt sein muß. Das gleiche gilt für Solarkollektoren oder für Photovoltaikanlagen, deren Ertrag gemindert ist, wenn sie im Schatten von Bäumen montiert sind.
Im Bild sehen Sie die Eigentumswohnungen 'Am Kleinen Wannsee' in Berlin. Von den acht Wohneinheiten können Sie noch zwei kaufen. Dies ist ein typischer Fall von architektonischer Planung, die den gewachsenen Baumbestand berücksichtigt.
Hans Kolpak
Eigentum & Bauen

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