
Banken haben es derzeit nicht gerade leicht, zuerst berichtet die ARD mehrfach über die Verkäufe mit immobiliendarlehen, dann ist die Presse voll von den Auswirkungen der amerikanischen Immobilienkrise und die blauäugigen Investionen der deutschen Banken mit Milliardenverlusten und jetzt legt auch noch die Wirtschaftswoche (6/08) nach.
In einem reißerischen Artikel unter dem Titel
Bankberater packen aus: "Ich habe Sie betrogen" Mit welchen Drücker-Methoden die Banken ihre Kunden ausnehmen
werden die Praktiken der Banken von der Wirtschaftswoche untersucht und an den Pranger gestellt.
Nicht die Bedürfnisse und die Interessen der Kunden sollen danach bei der Beratung berücksichtigt sein, sondern nur welche Zielvorgaben für den Verkauf die Bankberater haben und so werden Kunden überredet, genau das zu kaufen, was der Banker ihm verkaufen soll.
Und das Schlimmste, es scheint durchaus im Sinne der Banken zu funktionieren.
Nun, darf man sicher nicht alle Banken und alle Mitarbeiter über einen Kamm scheren, aber man sollte auf keinen Fall einen Vertrag sofort während der Beratung unterschreiben, sondern die Unterlagen mitnehmen und sorgfältig studieren.
Danach bei einer anderen Bank oder einem Berater nachfragen, was dieser vorschlägt und ggf. die Meinung zum ersten Vorschlag einholen.
Und vielleicht auch noch eine dritte Meinung einholen. Ich würde mir vor dem Einsatz einer größeren Summe ein Beratungsprotokoll anfertigen und geben lassen, wo eindeutig die Risiken aufgeführt sind. Denn wird hier Wichtiges verschwiegen, könnte man u.U. den Bank schadensersatzpflichtig machen.
Bekomme ich nichts Schriftliches, denke ich mir meinen Teil und die Bank macht kein Geschäft und/oder verliert einen Kunden.
Ob die Banken aus diesen kritischen Berichterstattungen lernen werden? Ich glaube nicht
Ein Freund war vor ein paar Wochen bei seiner Sparkasse in den hinteren Räumen und hat da auch so Listen der “Top Verkäufer” hängen sehen — jetzt weiß er, wozu die gut waren.
Einer Bekannten sind neulich diverse “Produkte” angedreht worden… wir mussten sie mit einem Anwalt dorthin zurück schicken, um die Unterschrift rückgängig machen zu lassen.
Gruß, Hendrik