Eigenheimzulage: Der Wahlkampf ist eröffnet

Warum hat das Politkabarrett dauernd Narrenfreiheit? Irgendwo in Deutschland ist immer Wahlkampf. Zur Not treten auch Bundespolitiker bei Landtagswahlkämpfen auf. Daneben gibt es noch die fünfte Jahreszeit und das Sommerloch.

Der Zwang, in den Medien wahrgenommen zu werden, treibt seltsame Blüten. Würde es nicht genügen, wenn sich die Mandatsträger auf ihre Aufgaben besinnen? Schließlich ist alles auf Bundestag.de dokumentiert. Schaumschlägereien und Potemkinsche Dörfer sind doch schöne Felder für Werbetexter und Marketing-Haudegen. Und den Klatsch und Tratsch übernehmen die Bürger an den Stammtischen und in den Internetforen. Ach ja, Blogger gibt es auch noch.
Jedenfalls sollen die Bürger mal wieder hinter dem Ofen hervorgelockt werden in die Wahlkabinen. Ein Mal in vier Jahren sollte doch drin sein, oder? Die einen Nichtwähler sind erschöpft von den Überstunden, die sie leisten müssen, damit andere sich in Agenturstuben und auf Fördermaßnahmen herumdrücken können. Alles kostet Kraft und Nerven. Damit wir alle verstehen, wie das funktioniert, hat der CSU-Politiker Alexander Dobrindt sich interviewen lassen. Damit es sich lesen läßt, haben zwei Journalisten von der Rheinischen Post die vielen guten Worte zusammengefaßt. Rheinländer sind halt gut drauf. Die machen das gerne.

Auf die Frage "Seehofer schlägt erneut die Eigenheimzulage vor. Bemüht er da nicht einen Ladenhüter?" folgt sofort eine schlüssige Antwort von Alexander Dobrindt: "Nein, sondern ein sehr erfolgreiches Instrument zur privaten Vermögensbildung. Wir wollen, dass wieder mehr Menschen sich eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus anschaffen können. Dazu wollen wir eine Neukonzeption, bei der junge Familien mit Kindern im Mittelpunkt der Förderung stehen. Der Wohnungsbau ist schon vor der Krise rapide zurückgegangen, das verschärft sich jetzt. Da müssen wir Anreize und Unterstützung dagegen setzen." Ja, klar doch, wir wollen und wir müssen tiefer in die Tasche greifen, um die Umverteilungen zu finanzieren!

Alexander Dobrindt: "Wir werden verschiedene Modelle durchrechnen. Aber niemand kann bestreiten, dass die Eigenheimzulage die Bauwirtschaft und damit einen wichtigen Konjunkturträger stabilisieren würde. Sie kann ein Krisenbekämpfer wie die Abwrackprämie werden." Da freuen wir uns doch alle!

Sicherlich wird der CSU-Politiker Horst Seehofer seine Schlagzahl vor dem Wahltermin noch erhöhen. Und es wird sich ganz bestimmt lohnen! Alexander Dobrindt: "Horst Seehofer hat einfach eine unglaublich hohe Schlagzahl. Er ist Taktgeber der Politik auch in Berlin. Sein Einsatz ist an Inhalten orientiert, und wenn er sich dann am Ende durchsetzt, ist der Einsatz die Mühe wert gewesen." Und dafür braucht er nicht einmal einen Kampfanzug – auch nicht im Wahlkampf. Und wenn jemand meint, das sei ein Schlag ins Gesicht, dann hat er Demokratie nicht verstanden.

Hans Kolpak
Eigentum & Bauen

Foto Quelle ddp

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