
In einen Forum für Bauherren fragte ein User nach den erzielbaren Preisnachlässen bei Bauhandwerker und Schlüsselfertigbauunternehmen und hatte dabei Vorstellungen, die an die Margen bei Möbeln oder Sonderangeboten heranreichten.
Es klang so, als ob es am günstigsten wäre, einen sehr hohen Nachlass zu erreichen, doch dieses "Geiz-ist-geil-Denken", das an einen arabischen Basar erinnert, macht beim eigenen Traumhaus nur bedingt Sinn.
Es geht zunächst darum, die gewünschte Leistung mit der notwendigen Qualität zu einem möglichst günstigen Preis zu erreichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Unternehmen direkt sehr günstig anbietet oder ob ein Unternehmen zunächst teuer anbietet uns sich dann mehr oder weniger erfolgreich herunterhandeln lässt.
Wenn ein Unternehmen einen hohen Nachlass gewährt, sollte man darüber nachdenken, warum dies das Unternehmen überhaupt macht oder machen kann. Da gibt es verschiedene Gründe, die aber nicht unbedingt eine Partnerschaft ratsam erscheinen lassen.
Häufig wird der später gewährte Nachlass vorher auf den eigentlichen Preis draufgeschlagen in der Hoffnung trotzdem noch im Rennen zu bleiben und evt. einen Teil des Aufschlags bei schlechten Verhandlern zu behalten.
Wenn ein Unternehmen einen hohen Nachlass gibt, braucht es vielleicht den Auftrag unbedingt, um seine Mitarbeiter beschäftigen oder Banken besänftigen zu können, auch das ist nicht unbedingt eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Oftmals überlegen Unternehmen bei hohen Nachlässen auch, wie sie beim Bauen sparen können, ohne dass es der Kunde bemerkt oder wie sie durch Nachträge ihren Verdienst nachhaltig verbessern können.
Natürlich können Sie mit einem solchen Partner auch Glück haben, alles läuft reibungslos und Termin und Qualität passt, doch das Risiko ist meines Erachtens ungleich höher.
Trotzdem sollen Sie natürlich mit dem Partner ihren Wahl hart verhandeln, um den für Sie günstigsten Preis zu erzielen, aber die Höhe des Nachlasses ist nicht entscheidend, sondern nur der Endpreis.
Übrigens, den höchsten Nachlass, den ich je einem Industriekunden, der dann Stammkunde wurde, eingeräumt habe, lag bei 7%, i.d.R. gab es nur den immer einkalkulierten 2-3% Nachlass und bei sehr günstigen Zahlungsbedingungen noch 2% Skonto.
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