Feng Shui braucht keine Bergkristalle
abgelegt im Archiv Feng Shui am 06.11.09

© Pixelio.de/Dietmar GrummtAus persönlichem und beruflichem Interesse verfolge ich täglich Pressemeldungen zum Thema Feng Shui. Ich freue mich immer sehr Nachrichten zu lesen, die über professionelle Anwendung von Feng Shui bei großen Bauprojekten berichten. Manche Beiträge stimmen mich aber recht nachdenklich. So auch vor wenigen Tagen bei der Meldung aus München.. Dort werden einige Kilo Bergkristalle als „Prozess der Feng Shui Zertifizierung“ in der Erde vergraben. Nichts gegen Bergkristalle oder auch solche Praktiken (wer sie mag, soll sie auch kriegen), nur die Formulierung löst Unbehagen im mir aus. Sie erweckt den Anschein, dass solche Praktiken ein fester Bestandteil vom Feng Shui wären. Das ist aber nicht korrekt. Die hier durchgeführte „Erdheilung“ ist schlicht und einfach ein esoterisches Ritual, das seine Wurzel in verschiedenen Kulturen hat. Ob wirkungsvoll oder nicht, dass muss jeder für sich entscheiden. Ich arbeite sein 11 Jahren als Feng-Shui-Beraterin und habe noch nie einen Edelstein oder sonstige „Heilmittel“ für meine Feng Shui Beratungen benutzt. Vom Ausüben solcher Praktiken nehme ich persönlich Abstand.
Feng Shui ist eine Erfahrungswissenschaft, die auf Beobachtung und Auswertung der Landschaft basiert und diese Erkenntnisse bei der Planung von Gebäuden nutzt. Der Empfehlung liegt die Auswertung einer Reihe von Messwerten, die mithilfe diverser (auch mathematischer) Formeln berechnet werden. Das erhaltene „Rohergebnis“ wird dann auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Bauherren (Bewohner, Eigentümer etc.) abgestimmt und in gestalterische Konzepte umgesetzt. Die Planung geht Hand in Hand mit anderen Fachleuten wie Architekten, Statikern und Bauingenieuren.
Rituale und Zeremonien am Bau haben lange Tradition und sollen m.E. auch weiter gepflegt werden. Sie sind ein Teil unserer Kultur, geben uns Halt und Vertrauen. Eine Grundsteinlegung, ein Richtfest oder auch eine Haussegnung wurden schon von unseren Vorfahren als wirksame Unterstützung des Glücks praktiziert. Schade, dass sie heute immer öfter als Aberglaube abgetan werden und man lieber zum werbewirksamen Verbuddeln von Edelsteinen greift.
Eigentlich wollte ich heute über die Gründe für eine Feng-Shui-Beratung schreiben. Die gefundene Pressemeldung kam dazwischen. Irgendwie passt sie schon gut zum Thema, weil sie zeigt, wie unterschiedlich Feng Shui interpretiert wird.
In diesem Sinne bis nächste Woche,
Hedwig Seipel
Eigentum & Bauen

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Permalink: Feng Shui braucht keine Bergkristalle
Tags: Feng shui,feng shui beratung, feng shui berater, feng shui zertifizerung, bauprojekt, feng shui heilmittel
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