Geschäftsmodell Kümmerer

Bei der gestrigen Veranstaltung hat sich auch die ausrichtende Firma als Baubetreuer oder um mit den Worten des Geschäftsführers als "Kümmerer" vorgestellt und im ersten Statement zur Einführung in den Abend hat sich auch alles als sehr schön, einleuchtend und Kunden orientiert angehört.

Kostenfreie Erstberatung durch freie(?) Architekten, Festlegung eines Sanierungskonzeptes, Ausschreibung von Leistungen, Vergabe, Bauüberwachung und Rechnungsprüfung.

Doch nach dem ersten Vortrag kamen dann die ersten gezielten Fragen aus dem Publikum und doch die Antworten ergaben nicht nur bei mir immer neue Fragen.

Zuerst zu den Kosten, obwohl ja nach Aussage des Geschäftsführers in erster Linie Architektenleistungen der Stufen 6-9 erbracht werden, liegen die entsprechenden Sätze mehr oder weniger deutlich über der HOAI.

So nannte er einen Betreuungszuschlag von 8 % auf einfache Leistungen, wie z.B. das Auswechseln von einem oder mehrerer Fenster, (dazu braucht man keinen Betreuer?) und als Maximalsatz 14%, als Beispiel verwies er hierbei auf das im Vortrag genannte Beispiel einer Betonsanierung beim balkon.

Auf die Frage, ob sich das denn für den Kunden lohne, kam die Antwort, ja durch die erhebliche Marktmacht (die Fa. Hat bundesweit 60 Modernisierungsberater) könne man besonders günstige Preise für den Kunden erzielen

Nun, wer mehr Geld ausgeben will als für einen erfahrenen Architekten, kann dies gerne tun.

Richtig skeptisch bin ich aber erst geworden, als weitere Vertragsbedingungen genannt wurden, aber vielleicht habe ich ja auch alles falsch verstanden, obwohl mir das selten passiert oder vielleicht hat sich der GF auch undeutlich ausgedrückt:

Mit der Unterschrift unter den Vertrag erteilt der Kunde dem Baubetreuer das Recht, dass dieser auf Namen und Rechnung des Kunden Aufträge an Nachunternehmer erteilen kann. (würde ich nie machen, das ist ja ein Freifahrschein).

Die Rechnungen müssen – obwohl auf den Kunden ausgestellt sind- an den Baubetreuer bezahlt werden, damit dieser Sie an den Handwerker weiterleiten kann. (Warum so umständlich, wo liegt da der Sinn?)

Vor allem, was passiert, wenn der Baubetreuer vielleicht irgendwann einmal die Gelder nicht mehr weiterleitet? (passiert natürlich nie, aber mal rein hypothetisch gesehen)

Wenn ich diese Infos betrachte, war es doch kein verlorener Abend für mich.


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  1. Den Sinn der Abrechnung kann ich Ihnen erklären Herr Walker. Ich vermute, dass der Sinn dieser Abrechnungsmethode in der Einziehung einer Vermittlungsprovision liegt.

    Der Kümmerer kann so vom Kunden und vom Handwerker kassieren.

    Ansonsten rechnet sich dieses Modell nicht.

    Hallo Herr Kanzenbach, Sie treffen damit völlig meine Überlegungen

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