Gibt es auch eine russische Immobilienblase?

Ungedeckte Investitionen und spekulative Geldausgaben auf Kredit unterliegen weltweit mathematischen und wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. Warum sollte dies in Russland anders sein? Alexey Tschuwin, Chef der Sparte Baufinanzierung bei der russischen Sperbank, im Herbst 2008: Viele "werden billig verkaufen, um überhaupt irgendwelche Einnahmen und damit Barmittel zu bekommen", sagte er bei einem Kongress. Kurz darauf versetzte ihn die Geschäftsführung in Zwangsurlaub und kündigte ihm.

Jetzt, im Juni 2009, ist der Wandel nicht mehr ignorierbar: "Viele Bauprojekte, so auch der Rossija-Tower in Moskau, wurden gestoppt. Nach einer Untersuchung der Agentur RID Analytics, die den Markt in Sibirien beobachtet, konnten Baufirmen im Sommer 2008 durchschnittlich zehn Wohnungen im Monat pro Objekt verkaufen, im Winter nur noch ein bis zwei. Die Preise seien im selben Zeitraum zwar nur um vier Prozent gesunken. Dabei sind jedoch hohe Rabatte, die viele Baufirmen inzwischen bei Barzahlung gewähren, noch nicht berücksichtigt."

Bleibt zu beobachten, ob die Einschätzung von Pjotr Awen, Präsident der privaten Alpha-Bank, zutreffen wird, daß Ende 2009 bis zu 15 Prozent der Kreditnehmer nicht mehr zahlungsfähig sind.

Hans Kolpak
Eigentum & Bauen


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