Grunderwerbsteuer verteuert den Immobilienkauf

Beim Kauf einer Immobilie fallen Nebenkosten an. Einen wesentlichen Teil davon macht die Grunderwerbsteuer aus. Bis 2006 war sie mit einheitlichen 3,5% eine gut kalkulierbare Größe. Doch seit diesem Datum dürfen einzelne Bundesländer den Steuersatz selbst festlegen. Den Anfang haben Berlin und Hamburg gemacht, indem sie den Steuersatz auf 4,5% erhöht haben. Seit dem 1.März 2010 gelten auch in Sachsen-Anhalt 4,5% Steuer beim Immobilienkauf. Bremen steht schon in Bereitschaft, den Steuersatz ebenfalls zu erhöhen. Ein Prozent mag zuerst nicht viel ausmachen, doch bei näherer Betrachtung können es bei einem Einfamilienhaus schnell mehrere Tausend Euro Mehrkosten sein. In der öffentlichen Politdiskussion hört man zu dem Thema gar nichts. Es schleicht sich der Verdacht ein, dass die Grunderwerbsteuer zum heimlichen Goldesel des Steuerflusses werden könnte. Was nicht auf der Titelseite der Boulevardpresse steht, lässt sich bekanntlich ohne unbeliebte Widersprüche durchsetzen. Damit dürften viele Bundesländer in der Erhöhungsarie gerne mitmachen wollen. Spare, spare, Häusler baue dürfte schnell einen weiteren Dämpfer bekommen. Die nächste Krise auf dem Bau scheint vorprogrammiert zu sein.

Hedwig Seipel
Eigentum & Bauen


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