
Geldscheine kann man nicht essen, Gold auch nicht. Doch wir brauchen etwas als Zahlungsmittel, um unseren täglichen Lebensunterhalt auch in weniger guten Zeiten zu sichern. Es gab Zeiten, da waren Zigaretten als Zahlungsmittel beliebter als Geldscheine. Heute kaufen viele Menschen eher Immobilien als Wertpapiere. Der Stachel sitzt tief, wenn eine Aktie nur noch für weniger als die Hälfte vom Einkaufspreis gehandelt wird.
Als ich 2004 begann, gebrauchte Original-Filme auf VHS-Kassetten anzubieten, war mir klar, daß diese nicht kurzfristig verkäuflich sind. Doch so, wie im Kosovo die Deutsche Mark gesetzliches Zahlungsmittel ist und in Deutschland Millionen Senioren ihre Musik aus Röhrenradios und von Schallplattenspielern hören, so wird es auch in zwanzig Jahren noch genügend VHS-Recorder geben – nicht nur in Deutschland. Heute wie vor fünf Jahren betrachte ich mein Filmlager als Sparbuch. Es sind Sachwerte, die mir jeden Monat Bargeld bescheren. Ein Handel mit DVDs ist für mich ohne jede Chance auf einen Gewinn zum Scheitern verurteilt. Ich bin kein Hecht im Karpfenteich. Der Wettbewerb ist zu hart für mein Hobby.
Handelte ich klug, als ich zufällig entdeckte, daß hier ein Nischenmarkt für VHS-Filme existiert, in dem ich unbehelligt von Konkurrenten anbieten kann? Nicht wirklich. Ich habe einfach eine Gelegenheit genutzt und werde es weiterhin tun. Einen Film für 1 bis 2 Euro einzukaufen und für 7 bis 20 Euro zu verkaufen, ist eine Handelsspanne, wie sie selten in irgendeiner Branche sonst erreicht wird.
Und wenn Sie jetzt Bargeld haben, um eine Immobilie zu kaufen, dann tun Sie es einfach! Halten Sie auch nach eigenem Ermessen eine Barreserve vor für den Fall, daß Geldautomaten sich weigern, das zu tun, was wir von ihnen erwarten. Es gibt noch manches, das aus heutiger Sicht märchenhaft anmutet, aber von einem Augenblick zum anderen Alltag sein kann. Doch vielleicht sehen Sie persönlich es inzwischen anders.
Der Zusammenbruch der UdSSR war besser vorbereitet als der in den USA ist das Thema eines Vortrages von Dmitry Orlov, der Ende 2006 in den USA veröffentlicht wurde. Er hat nichts an Brisanz und Realität eingebüßt – auch nicht bezüglich möglicher Entwicklungen in Europa.
Hans Kolpak
Eigentum & Bauen
Jetzt immobilien zu kaufen bietet sich in der Tat an, allerdings leiden die potentiellen Käufer natürlich zum teil auch von anderer Seite her unter der krise, von daher wird es wohl nicht die ganz großen Aufkäufe geben. Trotzdem bin ich auch überzeugt davon, dass es selten eine bessere Möglichkeit gab, sein Geld langfristig stabil anzulegen. Zumindest, wenn man sich vorher genauestens informiert, denn jedes Haus ist auch kein sicheres Depot.