Krise als Chance: Not macht erfinderisch
  © Anirudh Koul

Selbstverständlich sind wohlhabende und gebildete Eltern förderlich für einen jungen Menschen und vergrößern seinen Abstand zur Gefahr, von irgendeinem Strukturwandel erwischt zu werden. Auch ist es mehr als nur ein geflügeltes Wort, wenn Celine Dion eine Tour unter dem Motto "Taking Chances" veranstaltet. Egal ob freiberuflich, selbständig oder angestellt – Kreativität ist immer angesagt, wenn Klienten und Kunden ausbleiben oder das Gehalt durch Kurzarbeit oder schwache Gewinne reduziert wird.
Nicht nur die Lebenszeit ist begrenzt, sondern auch die tägliche Arbeitszeit, um dem Lebensziel, in der eigenen Eigentumswohnung oder im eigenen Haus zu leben, näher zu kommen. Da wir soziale Wesen sind, ist es einfach so, daß unser soziales Umfeld uns dahingehend beeinflußt, ob wir Krisen als Chancen wahrnehmen oder resignieren, weil wir keine Verantwortung erkennen, die wir übernehmen können.

Manch ein Unternehmer, der bei Null startete und vorübergehend als Angestellter arbeitete, weiß um die wenig förderliche Atmosphäre in Betrieben vom Arbeiter bis zum Topmanager oder wegen mir auch bis zum Professor an einer Hochschule oder einem Chirurgen in einem Krankenhaus. Das Bestehen in der Hierarchie und die Abwehr von Mobbing sind wichtiger geworden als der Dienst am Kunden und die Kreativität zur Neuausrichtung eines Unternehmens. Viele Chefs leben von der Substanz, bis der Laden zumacht.

Deshalb sind Handel und Dienstleistung die bevorzugten Felder, um auf die Füße zu kommen, wenn man keine akademische oder handwerkliche Qualifikation für eine Beratungstätigkeit hat. Die Betrachtung von Nici Krüger ist symptomatisch für Menschen, die in ihrer Situation gefangen sind und leicht zehn, zwanzig Jahre und mehr in ihren Lebenszielen zurückfallen, weil viele Einzelereignisse zu einer schweren Last kumulieren. Das Leben ist eine Vorabversion und kein Plagiat. Wir haben ein individuelles Leben und jeden Augenblick nur einen Versuch. Dann ist die Gelegenheit vorbei.

Auf einen Karl Lagerfeld kommen tausend Namenlose, die weniger glorreich scheitern und dabei mächtig Federn lassen. Doch warum ist Kreativität die Schlüssel-Qualifikation nicht nur für Designer und Künstler? Sie läßt genau beobachten und genau passend Ideen entwickeln. Ich empfand rückblickend ein Jahr geistentleerende Fließbandarbeit als heilsam. Die zehn Stunden täglich waren für mein Kopfkino wie eine Psychoanalyse. Die Erinnerungsbilder ratterten so schnell durch die Jahrzehnte, daß ich kaum folgen konnte. Der Flow bei der Arbeit führte zu einer inneren Erneuerung, um die Betriebsblindheit zu überwinden, die sich meiner bemächtigt hatte. Ich faßte Mut, Dinge zu wagen, die mir vorher absurd erschienen. Und ich fand den Erfolg, der mir vorher versagt war. Die Fabrikarbeit gab ich auf. Meine Kunden stehen mir näher. Sie drücken mir mehr Geld in die Hand.

Aber in diesen Dingen ist wohl jeder Mensch ein Unikat. Schauen Sie sich beispielsweise die 11 Personen an, die für ihre Eigentumswohnungen die gleiche Hausnummer haben wie Sie! Jeder ist wie in spannender Roman! Und alle fanden ihren Weg, die Wohnung in bar zu zahlen oder in wenigen Jahren zu finanzieren. Wer zwanzig oder dreißig Jahre lang finanziert, zahlt durch den Zinseszins das zwei- bis dreifache des Kaufpreises. Das ist Wahnsinn!

Ich wünsche Ihnen Flow und Kreativität für das, was Sie tun! Erkennen Sie die wunderbaren Möglichkeiten in Ihrem Leben! Gedeihen Sie in jeder Hinsicht!

Hans Kolpak
Eigentum & Bauen


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