Lebensversicherung und Tilgungsaussetzung

Eine Möglichkeit der Finanzierung ist das Versicherungsdarlehen mit Tilgungsaussetzung, hier schließen Sie eine Lebensversicherung ab, mit der am Ende der Laufzeit das gesamte Darlehen zurückgezahlt wird.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Tilgung ausgesetzt und der sonst übliche Betrag für die Tilgung wird als Beitrag in die Lebensversicherung mit einer entsprechenden Rendite gesteckt.

Ob sich dies für Sie rechnet, müssen Sie sorgfältig überlegen, zumal es einige Unwägbarkeiten gibt, wie

• die tatsächlich erzielte Rendite, vor allem im Verhältnis zu den tatsächlichen Zinskosten

• die Laufzeit des Vertrages, denn der Vertrag endet meist erst dann, wenn das Guthaben der Lebensversicherung die Darlehenshöhe erreicht. Dies kann der Fall sein, wenn die Rendite schlechter ausfällt als manche Vertreter optimistisch ausgerechnet hatten.

• Ist die Laufzeit eindeutig festgelegt, kann es passieren, dass man noch eine erkleckliche Restschuld hat, die man dann in anderer Form zurückzahlen muss.

• Problematisch ist auch die Zinshöhe, sie wird meist auf 10 Jahre festgeschrieben, Lebensversicherungen laufen aber immer länger, mindestens 12, 15 oder noch mehr Jahre. Fällt der Ablauf der Zinsbindung in eine Hochzinsphase, kann dies eine erhebliche Mehrbelastung bedeuten. Natürlich ist auch der andere Fall denkbar.

Lassen Sie im Zweifel auch verschiedene Alternativen rechnen, also eine geringere Rendite oder höhere Zinsen nach der Festschreibung.

Es gibt auch noch die Möglichkeit, eine schon bestehende Lebensversicherung als Sicherheit für das Darlehen einzusetzen und ebenfalls die Tilgungsaussetzung zu nutzen.

Hier spart man tatsächlich den monatlichen Tilgungsanteil ein, also ist die monatliche Belastung niedriger, die gesamten Zinskosten über die Laufzeit sind natürlich deutlich höher.

Oftmals wird auch eine Lebensversicherung mit sich steigernden Beiträgen abgeschlossen, dies bedeutet, dass anfangs die monatliche Belastung – also u.U. während und kurz nach der bauzeit – relativ gering ist, aber im Laufe der Zeit wird sie dann deutlich höher.

Können Sie dann die Belastung nicht mehr tragen und wollen die Beträge reduzieren, benötigen Sie die Zustimmung der Bank und es fehlt am Ende der Laufzeit ein meist nicht unerheblicher Betrag zur Darlehenstilgung.

Außerdem sind die Konditionen in diesen Fällen meist sehr ungünstig, wobei sich im Zweifel ein Nachfassen lohnt, wie mir ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis verdeutlichte.


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