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Energie fürs Haus
von Hedwig Seipel am 02.09.09

© Marcus Stark, Pixelio
Ein Beispiel dafür lieferte neulich Spiegel TV.
In den Diskussionen vermengen sich wissenschaftliche Fakten mit glatt gebügelten Verkaufsargumenten der Hersteller und nostalgiegefärbten Emotionen der Verbraucher. Bekanntlich liegt die Wahrheit meistens in der Mitte, doch diese scheint unbesetzt zu sein.
Wie sehen die wichtigsten Argumente beider Seiten aus?
Nr. 1 Energiesparen: die Energiesparleuchte soll 80% weniger Strom verbrauchen.
Im Prinzip ein nachweisbarer Prozentsatz, der nicht ganz stimmen kann. Die Ergebnisse resultieren aus Messreihen, bei denen sich die Leuchten im Dauerbetrieb von mehreren Stunden befanden. Bekanntlich verbrauchen die Energiesparleuchten beim Einschalten viel mehr Strom als bei einer Dauernutzung. Wenn wir also gewohnheitsmäßig beim Verlassen des Raumes oder der Wohnung das Licht ausknipsen und eine Weile später wieder anknipsen, dann stimmen die 80% nicht mehr. Nächste Schwachstelle des Arguments, die hohen Energiemengen bei der Produktion der Sparleuchten wurden in keiner Berechnung berücksichtigt. Genauso wenig wie die Kosten, die mit der nicht problematischen Entsorgung der Leuchten verbunden sind.
Herkömmliche Glühbirnen setzen nur ca. 5% der Energiemenge in Licht um. Der Rest verpufft als Wärme. Auf den ersten Blick ein unschlagbares Argument, das sich bei näherer Betrachtung ganz anders darstellt. Wir schalten das Licht normalerweise erst dann an, wenn es dunkel wird. Dunkelheit ist mit niedrigeren Zimmertemperaturen verbunden (kalte Jahreszeit, regnerische Tage etc.) und deshalb machen wir auch die Heizung an. Bisher haben die Glühbirnen ihren Teil zur Erwärmung des Raumes beigetragen, indem sie Wärme abstrahlten. Aus der Erfahrung wissen wir, wir warm es werden kann, wenn man sich zu nah an eine heiße Glühbirne wagt.
Fazit: 80% Ersparnis ist eine Wunschvorstellung, die unter praktischen Nutzungsbedingungen wahrscheinlich nie eintreten wird.
Nr. 2: Die höheren Kosten der Energiesparleuchten amortisieren sich durch ihre Langlebigkeit.
Eine Energie-Sparleuchte soll bis zu 20.000 Stunden brennen! Das sind bei einer durchschnittlichen Brenndauer von 10 Stunden am Tag (was recht viel wäre) fast 5,5 Jahre. Bei einer alten Glühbirne ist meistens bereits nach wenigen Monaten Schluss. Die bisherigen Erfahrungen der Verbraucher haben jedoch gezeigt, dass die Sparleuchten nur recht diese Lebensdauer haben. Sie verabschieden sich oft mit einem Knall viel früher als erwartet. Knallte eine einfache Glühbirne, war ein Euro weg, bei einer Sparlampe sind es gleich etliche Euros mehr.
Beim Knall passiert aber noch etwas weit unangenehmeres. Das Quecksilber, dass die Leuchten in sich haben, verdampft in die Raumluft. Deshalb warnen Umweltschütze und Ärzte immer deutlicher von den damit verbundenen Risiken. Eingeatmetes Quecksilber kann zu irreparablen Gesundheitsschäden führen. Es ist noch gar nicht so ewig her, als Quecksilber-Fieberthermometer genau aus dem Grund verboten wurden.
Die Quecksilber-Gefahr lauert auch bei der Entsorgung der Leuchten. Deshalb haben wir demnächst noch einen Sammelbehälter mehr neben den 3-4 Mülltonnen stehen, mit dem wir dann zu Sonderdeponie fahren, weil ein Rücknahmesystem nicht in Sicht ist.
Einige praktischer Ratschläge zum Umgang mit den Energiesparleuchten fand ich vor wenigen Tagen in der Presse.
Zu den zwei wichtigen Argumenten gesellt sich noch ein drittes. Das verrate ich aber erst morgen.
Hedwig Seipel
Eigentum & Bauen
Permalink: Licht aus! (Teil 1)
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Wong
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