Mit Erdwärme und Wärmepumpe unabhängig von Gas und Öl
abgelegt im Archiv Energie fürs Haus am 23.12.08
Das Feuerwehr- und Bürgerhaus von Kreuzbruch in 16559 Liebenwalde nördlich von Berlin ist jetzt unabhängig von Heizöl und Gas. Wasser im 10 Grad warmen Erdreich in bis zu 50 Meter Tiefe wird abgekühlt, um mittels eines Wärmetauschers Wärme zum Heizen zu gewinnen. Ist diese Methode wirtschaftlich? Ist ein solches Verfahren langfristig sinnvoll?
Im Wikipedia-Artikel Wärmepumpenheizung heißt es auszugsweise: "Eine Wärmepumpenheizung entzieht der Umwelt (umgebende Luft, Grundwasser oder Erdreich) Wärmeenergie und hebt diese mittels einer Wärmepumpe auf ein verwertbares höheres Temperaturniveau an, um damit Gebäude oder andere Einrichtungen beheizen zu können. ... Entgegen landläufiger Meinung enthält auch ein 3 °C kalter Gegenstand noch viel Wärmeenergie, weil seine Temperatur deutlich über dem absoluten Nullpunkt von -273 °C liegt. Einen Teil dieser Energie kann man entziehen, wenn man ihn weiter abkühlt."
Jana Einecke berichtet am 23.12. für die Märkische Allgemeine von diesem Umbau. Ingenieur Jörg Florin: "Das Ganze funktioniert wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt. Pro Bohrloch stecken vier Rohre im Boden, durch die Wasser nach unten und nach oben gepumpt wird. Auf diesen hundert Metern erwärmt es sich - und aus dieser Wärmespreizung erzeugt die Pumpe die Heizenergie."
Gemessen am Primärenergieverbrauch benötigt eine Heizung aus Wärmepumpe mit Erdwärme (genau: Erdtemperatur - sind 10 Grad Celsius etwa warm?) weniger Energie als ein System, das Gas oder Öl verbrennt. In anderen Worten: Es wird zwar Strom für die Pumpe gebraucht, doch nicht so viel wie umgerechnet an Öl oder Gas. "Aber für eine Kilowattstunde Strom bekommen wir vier bis fünf Kilowattstunden Heizenergie wieder heraus," sagt Florin dazu.
"In rund acht bis zehn Jahren kann sich eine solche Anlage durch die niedrigen Betriebskosten amortisieren", schätzt der Ingenieur vorsichtig. "Erste Ersatzteile müssten in der Regel erst nach 15 bis 20 Jahren eingebaut werden." Diese Aussage unterstreicht, daß die Verantwortlichen der Gemeinde Liebenwalde eine gute Entscheidung getroffen haben, die sicherlich weitere Bürger veranlassen wird, ihr Haus ebenfalls mit Erdwärme zu versorgen bzw. ihren Neubau gleich auf diese Weise zu planen. In abgeschwächter Variante wird auf diese Weise Wärme für Passivhäuser gewonnen, die ebenfalls ohne Heizung mit Primärenergie auskommen.
Hans Kolpak
Eigentum & Bauen
Tags: Wärmepumpe Heizung Erdwärme
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