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Prinz Charles kritisiert selbstverliebte Architektur für London

abgelegt im Archiv Architektur am 23.04.09

Prinz Charles kritisiert selbstverliebte Architektur für London
  © Richard Rogers
Einen bemerkenswerten Kommentar liefert Hans Kollhoff, Architekt und Präsident der Internationalen Bauakademie Berlin, in der WELT vom 22. April 2009 zur Kritik von Prinz Charles und dem Protest von zehn namhaften Architekten gegen die 'Einmischung' des Prinzen, darunter Norman foster, Zaha Hadid, Frank Gehry und Jean Nouvel.

"Seit Jahren spricht sich der britische Thronfolger gegen Fehlentwicklungen in der modernen Architektur aus. Jetzt kritisierte er den geplanten Neubau einer Wohnanlage auf dem Gelände der Chelsea Barracks in London. Die Kuben aus Stahl und Glas von Richard Rogers sollen neben dem barocken Royal Hospital von Christopher Wren entstehen."

Hans Kollhoff: "Richard Rogers' Projekt hat mit London wenig zu tun, mit Chelsea so gut wie gar nichts, und Christopher Wren ist ihm vollkommen egal, nein, noch schlimmer: Rogers scheut sich nicht, den historischen Kontext zu missbrauchen, um sich in Szene zu setzen aus persönlichem und projektspezifischem Vermarktungsinteresse. Das darf man zumindest für bedenklich halten und sich räuspern. .... Und da die Leidensfähigkeit gerade der städtischen Bevölkerung keine Grenzen kennt und die Legislaturperioden ausgesprochen kurz sind, ist es ein Segen, wenn eine Persönlichkeit wie Prinz Charles die Stimme erhebt und zu verhindern sucht, was uns als Debakel in einigen Jahren ins Haus zu stehen könnte."

Mehrfach habe ich darauf hingewiesen, wie wichtig die Kunst der Architektur im städtbaulichen Kontext ist, um für Bewohner und Betrachter ein Bauwerk zu schaffen, mit dem sie sich identifizieren können, um sich weiterzuentwickeln. Fremdkörper hingegen verfehlen ihren Zweck. Sie sind fehl am Platz - gerade in der Architektur, wo nicht nur die Abschreibungsperiode zu überbrücken ist, sondern für nachfolgende Generationen gebaut wird.

Prince Charles: "Not just one carbuncle, ladies and gentlemen, on the face of a much loved old friend, but a positive rash of them that will disfigure precious views and disinherit future generations of Londoners."

"We have endured for too long the prevailing lack of courtesy within the public realm and the time has come to reinvent 'good manners' in the way we build."

Hans Kolpak
Eigentum & Bauen

Permalink: Prinz Charles kritisiert selbstverliebte Architektur für London

Tags: Architektur  Charles  London  Rogers  Chelsea  Wren 

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