Schaffe, schaffe, Häusle baue
© wiseguy71

Dieses völktümliche Lied aus dem Schwaben-Ländle regte mich zu einer Überlegung an: Paßt Wohneigentum zur Lebenssituation? Wer sich einem Ort verbunden fühlt, würde nicht einmal aus beruflichen Gründen seine Seßhaftigkeit aufgeben. Wer genügend Eigenkapital hat, um nicht wertvolle Lebenszeit für Zinseszinen zu verplempern, wird nicht einsehen, warum er zur Miete wohnen soll. Wen die Begrenztheit stört, der ein Mieter ausgesetzt ist, wird bauen. Manch einer, der das Bauen zum Hobby auserkoren hat, wird sogar Eigenleistungen erbringen, damit das Bauen länger dauert. Was soll er sonst tun, wenn das Haus steht? Er wird das nächste Bauen und sich wundern, wie sich die einzelnen Häuser voneinander unterscheiden, weil seine Vorstellungen sich wandeln und die bautechnische Entwicklung voranschreitet.

Jetzt will ich sie aber nicht länger mit meinen Überlegungen aufhalten, sondern zitiere das schöne Volkslied. Wahrscheinlich kommen Ihnen beim Lesen ganz andere Gedanken als mir:

Schaffe, schaffe, Häusle baue,
Und net nach de Mädle schaue.
Und wenn unser Häusle steht
Dann gibts noch lang kei Ruh,
Ja da spare mir, da spare mir
Für e Geissbock und e Kuh.

Wenn ein Mann mal richtig Durst hat
Trinkt er Bier und kühlen Wein,
Doch wenn ich nur daran denke,
Fängt Mathilde an zu schrein.
Jeder Mann dreht sich auch gerne
Mal nach hübschen Mädchen um,
Doch ich trau mich nicht
Und sag auch gleich warum:
Weil bei Tag und bei Nacht
Mathilde immer sagt:
"Schaffe, schaffe, . . . .

Andre Männer gehen angeln,
Andre spielen abends Skat,
Doch wenn ich nur daran denke,
Schreit Mathilde gleich haha!
Lies ich abends mal die Zeitung,
Kommt sie mit dem Spültuch an.
Ja, ich bin bestimmt
Ein armer, armer Mann!
Weil bei Tag und bei Nacht
Mathilde immer sagt:
"Schaffe, schaffe, . . . .


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