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Schule in Erding: Durch Passivhaus extrem niedriger Energiebedarf

abgelegt im Archiv Energie fürs Haus am 19.12.08

Passivhäuser bedienen sich eines bauphysikalischen Tricks und schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: So auch beim neubau der Berufs- und Fachoberschule in Erding, vierzig Kilometer nordöstlich von München, in nachhaltiger Passivhausbauweise durch die kplan AG. Im Winter ist es angenehm warm bei ständig frischer Luft ohne die übliche Feinstaublast und im Sommer ist es ebenfalls angenehm warm bei ständig frischer Luft ohne stickige Feuchtigkeit. Das sind bauphysikalisch beste Voraussetzung für die neuen Erfolge einer Elite von Absolventen einer Berufs- und Fachoberschule. Wie ist das möglich, obwohl bis zu 70 Prozent Energie gespart wird?



Im Baunetz Wissen findet sich die physikalische Erklärung zum biologischen Empfinden des Menschen: "Die Luftgeschwindigkeit in Räumen darf zur Vermeidung von Zugerscheinungen 0,2 m/s bis 0,3 m/s nicht überschreiten. Damit werden diese Räume praktisch als zugfrei empfunden. Bei Raumtemperaturen oberhalb von 22°C dürfen diese Werte leicht überschritten werden."

Und weil diese Luft temperiert wird, bevor sie langsam durch ein Passivhaus streift, dessen Fenster geschlossen bleiben müssen, hat ein Passivhaus typischerweise weder konventionelle Heizkörper als Feinstaubschleudern noch unnötig befeuchtete Luft aus Klimaanlagen als Bakterienschleudern. Luft muß trocken und staubfrei sein. Den Staub durch Wasserdampf zu binden, bedeutet, dem ersten Fehler einen zweiten Fehler hinzuzufügen. Allergien, Astma und Lungenkrebs sind die natürlichen Folgen einer unnatürlichen Verfahrensweise.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert den Neubau mit rund 640.000 Euro. "Das Projekt ist ein Meilenstein für viele neue Schulgebäude. Denn der enorme Energieverbrauch für Wärme, Lüftung, Beleuchtung und Kühlung kann hier in einem bundesweit bisher nicht erreichten Grad verringert werden", sagte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU bei der Präsentation des Projektes.

Damit ist Realität geworden, worauf visionäre Handwerksmeister aus dem Heizungsbau wie Alfred Eisenschink aus Murnau, sechzig Kilometer südlich von München, seit den Siebziger Jahren hinweisen.

Hans Kolpak
Eigentum & Bauen

Permalink: Schule in Erding: Durch Passivhaus extrem niedriger Energiebedarf

Tags: Passivhaus  Erding  Schule 

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