Wie lange bleibt Deutschland ein Schlußlicht bei der Wohneigentumsquote?
abgelegt im Archiv Wohneigentum am 01.04.09

© CBPStand 2003 aus dem Wikipediaartikel:
* Norwegen 86 %
* Spanien 86 %
* Irland 78 %
* Griechenland 74 %
* Belgien 74 %
* Großbritannien 69 %
* Schweden 65 %
* Portugal 64 %
* Finnland 64 %
* Österreich 56 %
* Frankreich 55 %
* Niederlande 53 %
* Deutschland 43 % (Ostdeutschland 35,4 %, Westdeutschland 44,5 %)
* Schweiz 36 %
Das Leben in der Schweiz ist nicht gerade eines der billigsten, auch wenn die Gehälter dort höher sind. Und wenn Niederländer in Ostfriesland bauen und Polen in Vorpommern, dann nur, weil in diesen strukturschwachen Gebieten die Preise im Keller sind und die Leerstände hoch. Wäre es für jeden Münchner oder Berliner leicht, mal eben ein Haus zu bauen oder eine Eigentumswohnung zu kaufen, dann gäbe es kein einziges Förderprogramm. Und die Förderprogramme haben die dumme Funktion, weniger vermögende Bürger anzulocken, jahrzehntelang auf dem dünnen Eis der Zinseszinslasten zu rutschen. Etliche brechen dabei ein, wenn eine Zinsbindung vorbei ist. Wer Geld hat, braucht kein Förderprogramm und keine Bank. Bargeld lacht.
Wie ist allerdings bei jungen Menschen die Stimmung, Wohneigentum zu erwerben? BankPraktiker.de: "Insgesamt über ein Drittel (36,6%) der Deutschen plant, in den nächsten Jahren eine eigene Immobilie zu kaufen. Vor allem bei jungen Menschen ist das Interesse am Eigenheim groß: 28,5% aller 18- bis 29-Jährigen wollen in den nächsten vier Jahren oder später ein Haus oder eine Wohnung erwerben, so eine repräsentative Studie der comdirect bank, die in Zusammenarbeit mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung erhoben wurde."
Diese Zahlen sind wunderbar, doch liegen sie unter der Wohneigentumsquote. Sie müßten aber höher liegen. Man kann die Sache aber auch völlig anders betrachten: Weil in Deutschland von Investoren so viele Immobilien gekauft und günstig vermietet werden, rechnet es sich für viele Bürger einfach nicht, selbst zu kaufen. Sobald der Zinseszins addiert werden muß, geht die Rechnung nämlich nicht mehr auf. Die steigenden Kosten treffen nämlich die Menschen, die gerade so über die Runden kommen. Für die rückt Wohneigentum immer mehr in die Ferne. Alles, was im Namen der Bürokratie und des Klimawandels an versteckten Kosten abgewälzt wird, steckt in allen Preisen drin.
Wer ist schon bereit, wie in den Jahren 1945 bis 1965 Schmalhans als Küchenmeister zu haben, um Wohneigentum zu finanzieren? Pizza, Bier und Chips haben Vorrang. Eine andere Befragung stützt meine Einschätzung. Haufe Immobilien: "Im Durchschnitt hat jeder dritte Mieter einen Bausparvertrag. Mit steigendem Einkommen nehme dieser Wert zu: In der Einkommensklasse von 2.000 bis 3.000 Euro Haushaltsnetto zahlen 44 Prozent in einen Bausparvertrag ein, in Haushalten mit mehr als 3.000 Euro Einkommen seien es 53 Prozent."
Hans Kolpak
Eigentum & Bauen

© CBP
Tags: Wohneigentumsquote
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