Zersiedelungsgefasel des Umweltbundesamtes ist irreführend!
abgelegt im Archiv Ökologisch bauen am 20.01.09
Abgesehen von den Ballungsräumen in Deutschland gibt es prinzipiell zwei Siedlungsarten in Deutschland: Es gibt Städte und Gemeinden, die eine Zersiedelung um jeden Preis unterbinden wollen. Alle werden gezwungen, dort zu wohnen, wo es laut und teuer ist. Bebauungspläne stellen sicher, daß vorhandener Raum bis zur Umgehungstraße, Eisenbahnlinie oder Bundesautobahn konsequent durch Wohnungsbau gefüllt wird. Gibt es denn keine pragmatischen Lösungen?
Solche ohnehin lauten Flächen für gewerbliche Zwecke zu nutzen, die automatisch eine Lärmschutzwand bilden, ist tabu. Die müssen raus aufs freie Feld, wo es ohnehin leise ist und für die Mitarbeiter jegliche Infrastruktur fehlt, um zum Beispiel Mittag zu essen.
Andere zahlreiche Gebiete zeichnen sich durch eine Streubesiedlung aus. Es gibt keine Haufendörfer mit mehreren Hundert Einwohnern, sondern dort, wo Land bewirtschaftet wird oder wurde, befinden sich Häuser. So werden die klassischen Probleme, unter den große Dörfer und Städte leiden, unterbunden. Der Klassiker von Wolf Schneider 'Überall ist Babylon' ist aktuell wie nie zuvor.
Was ein Pech aber auch, wenn in Städten die Kanäle künstlich - Hoffentlich nicht mit Trinkwasser! - nachgespült werden müssen, weil die wenigen verbliebenen Menschen auch noch Wasser sparen!
Die Abhängigkeiten in städtischen Strukturen sind vielfältig und die Kosten immens hoch. Die Versorgung, die Entsorgung und die Verkehrswege kosten mehr, weil höhere Konzentrationen bewältigen werden müssen, als in der lockerern Bebauung auf dem Land.
Franz Alt ist sich nicht zu schade, in das gleiche ideologische Horn zu blasen wie das Umweltbundesamt.
UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge: "Wie wir bauen und wohnen, beeinflusst ganz erheblich die Qualität unserer Gesundheit und Umwelt. Der Mensch entreißt der Natur nicht nur mehr Baumaterialien, als diese bereit stellen kann, wir machen uns auch viel zu breit, nehmen zu viel Fläche in Anspruch." So gehen Rückzugsräume für Pflanzen und Tiere verloren. "Statt immer neue Häuser auf der grünen Wiese zu bauen, müssen wir zurück in die Zentren.", so Troge weiter.
Troge hat lange keinen Forstwirt mehr gesichtet. Seit Jahrzehnten hat Deutschland mehr Holz, als sich vermarkten läßt. Zählen Sie bitte selbst die gefällten Stämme in diesem unserem Lande, die seit Jahrzehnten an Waldwegen verrotten. Es ist ein Trauerspiel!
Auf Seite 13 der 58-seitigen Broschüre "Nachhaltiges Bauen und Wohnen" liest der staunende Bürger "Obwohl die Flächeninanspruchnahme von 2001 bis 2004 konjunkturbedingt auf durchschnittlich 115 Hektar pro Tag zurückging, blieb der Anteil des Wohnens an der weiteren Zersiedlung sehr hoch." und versinkt vor lauter Scham im Lärm und Dreck der Städte.
Eine Bundesautobahn zerschneidet Lebensraum - wohl wahr, aber kein drei Meter breiter asphaltierter Feldweg! Den überleben sogar genug Frösche, weil nicht ein Fahrzeug nach dem anderen drüberquatscht. Hier wird der Bürger offensichtlich für dumm verkauft und seine Denkfähigkeit in Abrede gestellt.
Wer inmitten vieler Häuser leben will, soll es tun, wer aber seine Ruhe haben will, dem soll sie gegönnt sein! Was spricht gegen einen Siebeneinhalbtonner, der Sickergruben leerpumpt? Die Pest haben wir wohl inzwischen im Griff, oder?
Hans Kolpak
Eigentum & Bauen
Tags: Städtebau Zersiedlung Landleben Umweltschutz
Stimmen Sie ab für Zersiedelungsgefasel des Umweltbundesamtes ist irreführend!:
|
Dieser Eintrag wurde mit: 8.00 Punkten (von 6 Stimme(n) insg.) bewertet.
|
| RSS | |
|
| |
| Yahoo! |
|
| Bloglines |
|
| Followen Sie uns bei Twitter! |
Most Popular
Aktuelles
Altbaumodernisierung
Arbeitsbedarf
Architektur
Ökologisch bauen
Bauablauf
Baufinanzierung
Baugrund
Baukonzeption
Baumanagement
Baupartner
Baurecht und Urteile
Baustoffe und Bauprodukte
Buchtipp
Eigenleistungen
Eigentumswohnung
Einrichtung
Energie fürs Haus
Energiesparmaßnahmen
Erben

